Zitate

Woody Allen:

„Ich weiß nicht, wie die Frage lautet, aber die Antwort heißt mit Sicherheit: Sex.“

Aldous Huxley: „Eiland“

„- Wie bringen Sie das fertig?
– Indem ich mir vergegenwärtige, was Geschichte ist: die Aufzeichnungen dessen, wozu Menschen getrieben wurden – aus Unwissenheit und der ungeheuren Anmaßung heraus, diese ihre Unwissenheit zu einem politischen oder religiösen Dogma zu kanonisieren.“

Wilhelm Schmid: „Liebe. Warum sie so schwierig ist und wie sie dennoch gelingt“

Guter Sex macht schöne Menschen, die Liebenden sollten sich da nicht zu knapp halten. Das ausgeschüttete Östrogen regt die Regenerationsfähigkeit der Zellen an, die Haut bleibt länger straff und elastisch. Das Gefühl der Bindung wird gestärkt von reichlich ausgeschütteten Hormonen wie Prolaktin und Oxytacin. Endorphine bauen Spannungen ab und hellen die Stimmung auf. Die Anfälligkeit für Herz- und Kreislauferkrankungen nimmt ab, der Level der Antikörper Immunoglobulin A wird angehoben, was den Schutz vor Infektionen verbessert und Wundheilungen unterstützt. Selbst der allzu volle Kopf kann sich erholen und neue Inspiration gewinnen. Bleiben da noch Fragen offen?“

„Die körperliche Ebene der Liebe hat wesentlich mit Sinnlichkeit zu tun, mit den fünf bis sieben Sinnen, die für Sinn sorgen, indem sie die Zusammenhänge zwischen den Liebenden stärken. Alle Sinne können dabei aktiv werden, sogar zur selben Zeit, was sonst nicht so ohne Weiteres geschieht, schon gar nicht im modernen, von Techniken bestimmten Leben, das die Sinne eher verkümmern lässt. 

Viele erotische Erfahrungen sind damit verbunden den Anderen zu sehen, sich kaum sattsehen zu können an ihm (jedenfalls manchmal), seine Stimme zu hören, ihn zu riechen (ihn gut riechen zu können, hat wohl überhaupt erst zur Beziehung geführt), ihn beim Küssen zu schmecken, ihn zu berühren, sich beim Tanzen mit ihm zu bewegen (ein sechster Sinn), ihn mit dem Bauchgefühl in sich zu spüren (ein siebter Sinn).“

„Die Fähigkeit zur sexuellen Lust gehört zu den natürlichsten Anlagen des Menschen, die jedoch einer kulturellen und individuellen Ausbildung bedürfen, wie beispielsweise die Anlage zur Intelligenz, um deren Ausbildung sich Schulen und viele Individuen selbst bemühen. […] Auch im Bett kommt die Kunst von Können, und dieses Können ist nicht von selbst schon da, sondern muss erst erworben werden, frei nach Karl Valentin: Sex ist schön, macht aber viel Arbeit

Heinrich von Kleist:

„Mithin, sagte ich ein wenig zerstreut, müssten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen?“ –
Allerdings, antwortete er; das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.“

Michael Schmidt Salomon „Jenseits von Gut und Böse. Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind“

„Gerade dadurch, dass wir uns vom traditionellen Gut-und-Böse-Moralismus befreien, schaffen wir die Voraussetzungen, um ethisch in angemessener Weise handeln zu können. Denn Moralismus ist nicht die Grundlage der Ethik, er verhindert viel eher, dass wir uns ihren Anforderungen stellen.“

Jean Baudrillard: „Von der Verführung“

„Stets dreht es sich um den wenn auch nicht gerade anatomischen, so doch organischen und erogenen Körper, um den funktionellen Körper, dessen Bestimmung – selbst in dieser zersplitterten und metaphorischen Form – die Lust und dessen natürliche Manifestation das Begehren ist“

Friedrich Nietzsche „Also sprach Zarathustra“, „Zur Genealogie der Moral“, „Morgenröte“

„Und auch dies Gleichnis gebe ich euch: nicht Wenige, die ihren Teufel austreiben wollten, fuhren dabei selber in die Säue.
Wem die Keuschheit schwer fällt, dem ist sie zu widerrathen: dass sie nicht der Weg zur Hölle werde – das ist zu Schlamm und Brunst der Seele.“

„Den Verächtern des Leibes will ich mein Wort sagen. Nicht umlernen und umlehren sollen sie mir, sondern nur ihrem eignen Leibe Lebewohl sagen – und also stumm werden. […] ‚Leib bin ich und Seele‘ – so redet das Kind. Und warum sollte man nicht wie die Kinder reden? Aber der Erwachte, der Wissende sagt: Leib bin ich ganz und gar, und Nichts außerdem; und Seele ist nur ein Wort für ein Etwas am Leibe. […]
Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vielheit mit einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Herde und ein Hirt.“

„Das Urtheil »gut« rührt nicht von denen her, welchen »Güte« erwiesen wird! Vielmehr sind es »die Guten« selber gewesen, das heißt die Vornehmen, Mächtigen, Höhergestellten und Hochgesinnten, welche sich selbst und ihr Thun als gut, nämlich als ersten Ranges empfanden und ansetzten, im Gegensatz zu allem Niedrigen, Niedrig-Gesinnten, Gemeinen und Pöbelhaften. Aus diesem Pathos der Distanz heraus haben sie sich das Recht, Werthe zu schaffen, Namen der Werthe auszuprägen, erst genommen: was ging sie die Nützlichkeit an!“

„Die gute und die böse Natur. — Erst haben die Menschen sich in die Natur hineingedichtet: sie sahen überall sich und Ihresgleichen, nämlich ihre böse und launenhafte Gesinnung, gleichsam versteckt unter Wolken, Gewittern, Raubtieren, Bäumen und Kräutern: damals erfanden sie die „böse Natur“. Dann kam einmal eine Zeit, da sie sich wieder aus der Natur hinausdichteten, die Zeit Rousseaus: man war einander so satt, dass man durchaus einen Weltwinkel haben wollte, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual: man erfand die ‚gute Natur‘.“

„Hybris ist heute unsre ganze Stellung zur Natur, unsre Natur-Vergewaltigung mit Hülfe der Maschinen und der so unbedenklichen Techniker- und Ingenieur-Erfindsamkeit; Hybris ist unsre Stellung zu Gott, will sagen zu irgend einer angeblichen Zweck- und Sittlichkeits-Spinne hinter dem großen Fangnetz-Gewebe der Ursächlichkeit […] Hybris ist unsre Stellung zu uns, – denn wir experimentiren mit uns, wie wir es uns mit keinem Thiere erlauben würden, und schlitzen uns vergnügt und neugierig die Seele bei lebendigem Leibe auf: was liegt uns noch am »Heil« der Seele! Hinterdrein heilen wir uns selber: Kranksein ist lehrreich, wir zweifeln nicht daran, lehrreicher noch als Gesundsein, – die Krankmacher scheinen uns heute nöthiger selbst als irgend welche Medizinmänner und »Heilande«. Wir vergewaltigen uns jetzt selbst, […].“

Norbert Bischof, aus dem Vorwort zum Buch „Moral. Ihre Natur, Ihre Dynamik und ihr Schatten“

Ein Buch über Moral kann eigentlich nur in der Abenddämmerung des Lebens reifen. Und auch dann nur, wenn einem zuvor die Versuchung erspart blieb, sich der Karriere zuliebe in sterilem Spezialistentum zu verlieren. Kaum irgendwo wird so unabweislich wie bei diesem Thema die Nötigung spürbar, Einsichten aus verschiedensten Wissensbeständen zusammenzuführen – von der Erkenntnistheorie über die Allgemeine Psychologie und die Evolutionsbiologie bis zur Soziologie und Kulturanthropologie. Und – leider – auch, nun gut, vielleicht nicht mehr die Theologie, aber doch immerhin die Philosophie muss man, ach! mit heißem Bemüh’n studiert haben. Manche meinen zwar, sie sei längst zu einem Jahrmarkt der Eitelkeiten verkommen, aber das kann nur beurteilen, wer sich zuvor selbst in diese Spielwiese ungeerdeter Spekulationen hineinbegeben und darauf vertraut hat, für solches Bemühen mit der Frucht vom Baum der Erkenntnis belohnt zu werden.