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Praxis für Sexualethik, Sexualberatung und Kultur der Sexualität

Praxis für Sexualberatung, Sexualethik und Kultur der Sexualität in Biel

EROS Consult unterstützt Frauen, Männer und Paare als privater Sexualberater und begleitet Sie auf dem Weg der sexuellen Gesundheit. Im Zentrum unserer Tätigkeit steht ein erfülltes, bewusstes und selbstbestimmtes Liebesleben.

Außerdem bietet EROS Consult eine breite Palette von Dienstleistungen rund um die  Sexualität für Unternehmerinnen  und juristische Personen, die in der Erotikbranche tätig sind. Vor allem engagieren wir uns im Bereich erotische Kultur, sexuelle Gesundheit und Sexualethik. Für Firmen und Gruppen führen wir Unternehmensberatungen, Schulungen, Workshops, Kurse und Retreats durch.

Wir beraten Privatpersonen einfühlsam, exklusiv und kompetent und verstehen uns als Experten, z. B. auf dem Gebiet der Beziehungspflege, der Eifersuchtsbewältigung oder der Auseinandersetzung mit erotischen Phantasien.

Wir beraten Unternehmerinnen zeiteffizient, diskret und transparent und stellen Kontakte zu Behörden und ggf. zu potenziellen Geschäftspartnern her.

Unsere Praxis befindet sich in Biel. Die Praxiszeiten sind Montag bis Samstag von 14 bis 22 Uhr.

Kontaktieren Sie uns telefonisch +41(0)788 737 122 oder per E-Mail, um einen Termin zu vereinbaren.

 


 


Unser Ziel ist es, dass Sie eine erfüllte, lust- und liebevolle Sexualität leben können, unabhängig von Geschlecht, Alter, Nationalität, Religion, gesundheitlichem Zustand, sexueller Orientierung und Präferenzen. Bestenfalls – frei von Dogmen und Vorurteilen und zugleich ehrlich und transparent.  Unser Ansatz, die integrale und personenzentrierte Sexualberatung, macht es möglich. Wir engagieren uns für die echte Sexualethik, für sexuelle Gesundheit und für eine Liebeskultur in erotischen Beziehungen.

Praxis für Sexualethik, Sexualberatung und Kultur der Sexualität leistet Hilfe bei:

Allgemeinen Problemen und Störungen:

  • Beziehungskrisen, Probleme in der Beziehung
  • Beziehungspflege
  • Prävention von Sexsucht und sexuellen Abhängigkeiten
  • Sexsucht, Pornografiesucht, Computersucht 
  • Erotische Zwangsphantasien, s. g. “Kopfkino”

Absicht der sexuellen “Befreiung”:

  • Eifersuchtsbewältigung, Öffnung der Beziehung
  • Umgang mit erotischen Phantasien
  • Offene Beziehungen, freie Liebe und Polyamor
  • Abweichende sexuelle Orientierung
  • Fetischismus, Exhibitionismus, Voyeurismus
  • BDSM
  • Blockaden in der Sexualität
  • Sexualstörungen, diverse sexuelle Tabus
  • Spirituelle Sexualität, Tantra
  • Besonderer Partnerwunsch, Beziehungswunsch

Krankheitsprävention und Sexualethik:

  • Prävention von Geschlechtskrankheiten
  • Impotenz, Erektionsstörungen
  • Frigidität, Abtreibungen
  • Sexuell übertragbare Krankheiten
  • Krankheiten im Zusammenhang mit Sexualität, HIV
  • Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung
  • Ehebruch, Betrug
  • Sexuelle Behinderungen und Pathologien
  • Homo- und Bisexualität, Sexualität im Alter
  • Kinderwunsch

 


Mein Honorar beträgt 100 CHF für eine volle Stunde. Für einen 5-Stunden-Block: 450 CHF, für einen 10-Stunden-Block: 850 CHF.

Sexualberatung für reife Frauen Zürich

 

 

 

Im Zentrum der Geschäftstätigkeit von EROS Consult stehen kompetente Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Sexualität für Privatpersonen und Unternehmerinnen in der Erotikbranche. Seit 2011 bieten wir Sexualberatung mit den Schwerpunkten Sexualethik, sexuelle Gesundheit, erotische Beziehungen und erotische Kultur. Wir geben Antworten auf diverse Fragen zur Sexualität und stellen neue umfassende Fragen. Wir führen Workshops, Kurse und Retreats durch. Wir engagieren uns für die Prävention von Geschlechtskrankheiten und Sexsucht und bieten Hilfe bei sexuellen Problemen und Sexualstörungen bei Frauen, Männern und Paaren. Für Unternehmerinnen bieten wir interessante Geschäftsideen, moderne Weblösungen, innovative Geschäftsmodelle und Technologien. Wir sorgen für Bewilligungen, erstellen Businesspläne, führen Schulungen und Events durch. 

Die Zielgruppe umfasst: (bitte auf “+” klicken)

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    • Sexualberatung für Frauen, besonders für reife Frauen ab 45
    • Sexualberatung für Paare und Gruppen
    • Sexualberatung für Männer
    • Sexualberatung für Sexarbeiter/-innen und Prostituierte
    • Unternehmensberatung für Unternehmerinnen und Geschäftsinhaberinnen in der Erotikbrance
    • Unternehmensberatung für erotische KMUs und erotische Kleinbetriebe
    • Sexualtherapie
    • Paarberatung
    • Familienberatung
    • Mutter- und Vaterberatung, Elternberatung
    • Beratung für Jugendliche und junge Erwachsenen rund um die Sexualität
    • Sexuelle Aufklärung an diversen pädagogischen Institutionen – Schulen, Berufsschulen, Hochschulen
    • Workshops und Konsultationen bei Einrichtungen für Erwachsenenbildung
    • Verführungskurse und Kommunikationskurse für Geschäftsfrauen
    • Talententwicklung und Coaching für Geschäftsmänner, Marketing- und Verkaufsfachleute

 

Elias Kirsche, Praxis für Sexualberatung, Sexualethik und Kultur der Sexualität

 

Praxis für Sexualethik, Sexualberatung und Kultur der Sexualität

Elias Kirsche: Sexualberater, Lebensberater und Autor

1982 – geboren in der UDSSR, heute Ukraine, jüdische Abstammung
1998 – Umzug nach Deutschland
2006 – deutsche Staatsbürgerschaft

Ich verfüge über eine umfassende Ausbildung und habe die Sexualität in ihren zahlreichen Facetten seit meiner Jugendzeit erforscht. Mein Studium der Philosophie, Kulturwissenschaften und Kunstgeschichte in Berlin und Zürich lieferte theoretische Grundlagen und wurde mit einer Magisterarbeit abgeschlossen, Titel ”Tabugeschichte der Sexualität von Sade bis Huxley. Techniken des Umgangs mit der Lust im sexualethischen Diskurs”. Die praktische Grundlagen verschaffte mir ein Tantratraining, eine Ausbildung in Tantra- und eine in Wellness-Massage. Heute studiere ich Literarisches Schreiben am Literaturinstitut in Biel.

Ausbildung
2000-2003 – Ausbildung als Grafiker und Web-Designer (Fritz Henssler Berufskolleg, Dortmund)
2005-2007 – Tantrajahrestraining und Tantramassagetraining (Secret of Tantra bei Belzig, Deutschland)
2005-2013 – Studium der Philosophie, Kulturwissenschaften und Kunstgeschichte (M.A. Humboldt-Universität zu Berlin)
2010 – Studium der Philosophie (Universität Zürich)
2011 – Ausbildung als Wellness-Masseur (Berlin)
2014 – Studium Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel

Tätigkeiten
2009-2010 – Integrales Kommunikationszentrum „SchattenSpiel“ (Berlin)
seit 2011 – Selbstständige Tätigkeit als Sexual- und Lebensberater, Webdesigner (Zürich)
2012 – Durchführung und Leitung von Projekten im Bereich erotische Kultur. Übernahme der Community für erotische Kultur Lotos Lounge (ca. 1000 Mitglieder). Verführungskurse für Frauen, Aufbau und Betrieb von  Websites, diverse Artikel und Webpublikationen
2013 - Gründung von EROS Consult, diverse Schreib- und Kunstprojekte, Performances im öffentlichen Raum
In der Planungsphase: ein utopischer Roman und eine Autobiographie

 

Sexualberatung für reife Frauen Zürich

Woody Allen:

“Ich weiß nicht, wie die Frage lautet, aber die Antwort heißt mit Sicherheit: Sex.”

Aldous Huxley: „Eiland“

“- Wie bringen Sie das fertig?
Indem ich mir vergegenwärtige, was Geschichte ist: die Aufzeichnungen dessen, wozu Menschen getrieben wurden – aus Unwissenheit und der ungeheuren Anmaßung heraus, diese ihre Unwissenheit zu einem politischen oder religiösen Dogma zu kanonisieren.“

Wilhelm Schmid: “Liebe. Warum sie so schwierig ist und wie sie dennoch gelingt”

Guter Sex macht schöne Menschen, die Liebenden sollten sich da nicht zu knapp halten. Das ausgeschüttete Östrogen regt die Regenerationsfähigkeit der Zellen an, die Haut bleibt länger straff und elastisch. Das Gefühl der Bindung wird gestärkt von reichlich ausgeschütteten Hormonen wie Prolaktin und Oxytacin. Endorphine bauen Spannungen ab und hellen die Stimmung auf. Die Anfälligkeit für Herz- und Kreislauferkrankungen nimmt ab, der Level der Antikörper Immunoglobulin A wird angehoben, was den Schutz vor Infektionen verbessert und Wundheilungen unterstützt. Selbst der allzu volle Kopf kann sich erholen und neue Inspiration gewinnen. Bleiben da noch Fragen offen?“

„Die körperliche Ebene der Liebe hat wesentlich mit Sinnlichkeit zu tun, mit den fünf bis sieben Sinnen, die für Sinn sorgen, indem sie die Zusammenhänge zwischen den Liebenden stärken. Alle Sinne können dabei aktiv werden, sogar zur selben Zeit, was sonst nicht so ohne Weiteres geschieht, schon gar nicht im modernen, von Techniken bestimmten Leben, das die Sinne eher verkümmern lässt. 

Viele erotische Erfahrungen sind damit verbunden den Anderen zu sehen, sich kaum sattsehen zu können an ihm (jedenfalls manchmal), seine Stimme zu hören, ihn zu riechen (ihn gut riechen zu können, hat wohl überhaupt erst zur Beziehung geführt), ihn beim Küssen zu schmecken, ihn zu berühren, sich beim Tanzen mit ihm zu bewegen (ein sechster Sinn), ihn mit dem Bauchgefühl in sich zu spüren (ein siebter Sinn).“

“Die Fähigkeit zur sexuellen Lust gehört zu den natürlichsten Anlagen des Menschen, die jedoch einer kulturellen und individuellen Ausbildung bedürfen, wie beispielsweise die Anlage zur Intelligenz, um deren Ausbildung sich Schulen und viele Individuen selbst bemühen. […] Auch im Bett kommt die Kunst von Können, und dieses Können ist nicht von selbst schon da, sondern muss erst erworben werden, frei nach Karl Valentin: Sex ist schön, macht aber viel Arbeit

Heinrich von Kleist:

“Mithin, sagte ich ein wenig zerstreut, müssten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen?“ -
Allerdings, antwortete er; das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.“

Michael Schmidt Salomon „Jenseits von Gut und Böse. Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind“

“Gerade dadurch, dass wir uns vom traditionellen Gut-und-Böse-Moralismus befreien, schaffen wir die Voraussetzungen, um ethisch in angemessener Weise handeln zu können. Denn Moralismus ist nicht die Grundlage der Ethik, er verhindert viel eher, dass wir uns ihren Anforderungen stellen.“

Jean Baudrillard: „Von der Verführung“

“Stets dreht es sich um den wenn auch nicht gerade anatomischen, so doch organischen und erogenen Körper, um den funktionellen Körper, dessen Bestimmung – selbst in dieser zersplitterten und metaphorischen Form – die Lust und dessen natürliche Manifestation das Begehren ist“

Friedrich Nietzsche „Also sprach Zarathustra“, „Zur Genealogie der Moral“, „Morgenröte“

“Und auch dies Gleichnis gebe ich euch: nicht Wenige, die ihren Teufel austreiben wollten, fuhren dabei selber in die Säue.
Wem die Keuschheit schwer fällt, dem ist sie zu widerrathen: dass sie nicht der Weg zur Hölle werde – das ist zu Schlamm und Brunst der Seele.“

“Den Verächtern des Leibes will ich mein Wort sagen. Nicht umlernen und umlehren sollen sie mir, sondern nur ihrem eignen Leibe Lebewohl sagen – und also stumm werden. […] ‘Leib bin ich und Seele’ – so redet das Kind. Und warum sollte man nicht wie die Kinder reden? Aber der Erwachte, der Wissende sagt: Leib bin ich ganz und gar, und Nichts außerdem; und Seele ist nur ein Wort für ein Etwas am Leibe. […]
Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vielheit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Herde und ein Hirt.“

„Das Urtheil »gut« rührt nicht von Denen her, welchen »Güte« erwiesen wird! Vielmehr sind es »die Guten« selber gewesen, das heißt die Vornehmen, Mächtigen, Höhergestellten und Hochgesinnten, welche sich selbst und ihr Thun als gut, nämlich als ersten Ranges empfanden und ansetzten, im Gegensatz zu allem Niedrigen, Niedrig-Gesinnten, Gemeinen und Pöbelhaften. Aus diesem Pathos der Distanz heraus haben sie sich das Recht, Werthe zu schaffen, Namen der Werthe auszuprägen, erst genommen: was ging sie die Nützlichkeit an!“

“Die gute und die böse Natur. — Erst haben die Menschen sich in die Natur hineingedichtet: sie sahen überall sich und Ihresgleichen, nämlich ihre böse und launenhafte Gesinnung, gleichsam versteckt unter Wolken, Gewittern, Raubtieren, Bäumen und Kräutern: damals erfanden sie die “böse Natur”. Dann kam einmal eine Zeit, da sie sich wieder aus der Natur hinausdichteten, die Zeit Rousseau’s: man war einander so satt, dass man durchaus einen Weltwinkel haben wollte, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual: man erfand die ‘gute Natur’.“

“Hybris ist heute unsre ganze Stellung zur Natur, unsre Natur-Vergewaltigung mit Hülfe der Maschinen und der so unbedenklichen Techniker- und Ingenieur-Erfindsamkeit; Hybris ist unsre Stellung zu Gott, will sagen zu irgend einer angeblichen Zweck- und Sittlichkeits-Spinne hinter dem großen Fangnetz-Gewebe der Ursächlichkeit […] Hybris ist unsre Stellung zu uns, – denn wir experimentiren mit uns, wie wir es uns mit keinem Thiere erlauben würden, und schlitzen uns vergnügt und neugierig die Seele bei lebendigem Leibe auf: was liegt uns noch am »Heil« der Seele! Hinterdrein heilen wir uns selber: Kranksein ist lehrreich, wir zweifeln nicht daran, lehrreicher noch als Gesundsein, – die Krankmacher scheinen uns heute nöthiger selbst als irgend welche Medizinmänner und »Heilande«. Wir vergewaltigen uns jetzt selbst, […].“

Norbert Bischof, aus dem Vorwort zum Buch „Moral. Ihre Natur, Ihre Dynamik und ihr Schatten“

Ein Buch über Moral kann eigentlich nur in der Abenddämmerung des Lebens reifen. Und auch dann nur, wenn einem zuvor die Versuchung erspart blieb, sich der Karriere zuliebe in sterilem Spezialistentum zu verlieren. Kaum irgendwo wird so unabweislich wie bei diesem Thema die Nötigung spürbar, Einsichten aus verschiedensten Wissensbeständen zusammenzuführen – von der Erkenntnistheorie über die Allgemeine Psychologie und die Evolutionsbiologie bis zur Soziologie und Kulturanthropologie. Und – leider – auch, nun gut, vielleicht nicht mehr die Theologie, aber doch immerhin die Philosophie muss man, ach! mit heißem Bemüh’n studiert haben. Manche meinen zwar, sie sei längst zu einem Jahrmarkt der Eitelkeiten verkommen, aber das kann nur beurteilen, wer sich zuvor selbst in diese Spielwiese ungeerdeter Spekulationen hineinbegeben und darauf vertraut hat, für solches Bemühen mit der Frucht vom Baum der Erkenntnis belohnt zu werden.

 

 

 

Sexualberatung, Sexualtherapie, Sexualtherapeut in Bern und Biel

Elias Kirsche, Sexualberater und Sexualtherapeut in Biel

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Elias Kirsche

Praxis für Sexualethik, Sexualberatung und Kultur der Sexualität 

 

Unsere Praxiszeiten sind Montag bis Samstag von 14 bis 22 Uhr

Terminvereinbarungen telefonisch oder per Mail:

Mobile: +41 (0) 788 737 122

@-Mail: elias@eros-consult.com

Kontaktaufnahme per Handy geht am schnellsten. Für Terminvereinbarungen via Mail schicken Sie bitte Ihre Terminvorschläge.

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PHILOSOPHIE, PSYCHOLOGIE UND EROTISCHE LITERATUR

PLATON: “SYMPOSION”
MICHEL FOUCAULT:
“GESCHICHTE DER SEXUALITÄT I-III: DER WILLE ZUM WISSEN
SEXUALITÄT UND WAHRHEIT 1, DER GEBRAUCH DER LÜSTE
SEXUALITÄT UND WAHRHEIT 2, DIE SORGE UM SICH
SEXUALITÄT UND WAHRHEIT 3, DISPOSITIVE DER MACHT
ÜBER SEXUALITÄT, WISSEN UND WAHRHEIT”
“WAHNSINN UND GESELLSCHAFT. EINE GESCHICHTE DES WAHNS IM ZEITALTER DER VERNUNFT”
SIGMUND FREUD:
“DREI ABHANDLUNGEN ZUR SEXUALTHEORIE”
“HEMMUNG, SYMPTOM UND ANGST”
“DAS UNBEHAGEN IN DER KULTUR”
“DAS ICH UND DAS ES”
“TRAUER UND MELANCHOLIE”
WILHELM SCHMID:
“PHILOSOPHIE DER LEBENSKUNST”
FRIEDRICH NIETZSCHE:
“ALSO SPRACH ZARATHUSTRA”
“ANTICHRIST”
“DIE FRÖHLICHE WISSENSCHAFT”
“GEBURT DER KOMÖDIE AUS DEM GEIST DER MUSIK”
ARTHUR SCHOPENHAUER:
“APHORISMEN ZUR LEBENSWEISHEIT”
“DIE WELT ALS WILLE UND VORSTELLUNG”
GEORGES BATAILLE:
“DER HEILIGE EROS”
“DIE TRÄNEN DES EROS”
“DAS OBSZÖNE WERK (DIE GESCHICHTE DES AUGES)”
“DIE EROTIK”
“HENKER UND OPFER”
“NIETZSCHE UND DER WILLE ZUR CHANCE”
JEAN BAUDRILLARD:
“VON DER VERFÜHRUNG”
“IM SCHATTEN DER SCHWEIGENDEN MEHRHEITEN ODER DAS ENDE DES SOZIALEN”
“LASST EUCH NICHT VERFÜHREN”
“DAS ANDERE SELBST”
“AMERIKA”
“TRANSPARENZ DES BÖSEN”
MICHAEL SCHMIDT-SALOMON:
“JENSEITS VON GUT UND BÖSE. WARUM WIR OHNE MORAL DIE BESSEREN MENSCHEN SIND”

SPRACHWISSENSCHAFTEN

Rolf Harten: „Sucht Begierde Leidenschaft“
Maurice Blanchot: “Warten Vergessen”, “Blick des Orpheus”
Johan Huizinga: „Homo Ludens“

ROMANE, BELLETRISTIK, RUSSISCHES

Honore de Balzac: “Das Chagrinleder”, “Glanz und Elend der Kurtisanen”, “Verlorene Illusionen”
Fjodor Dostojewski: “Der Spieler”, “Der Idiot”, “Die Dämonen”, “Schuld und Sühne”, “Die Brüder Karamasow”, “Tagebuch eines Schriftstellers”
Elfride Elinek: “Die Klavierspielerin”, “Lust”, “Die Liebhaberinnen”, “Rechnitz”
Chuck Palahniuk: “Die Kolonie”, “Der Simulant”, “Fratze”
Michel Houellebecq: “Elementarteilchen”, “Ausweitung der Kampfzone”, “Die Möglichkeit einer Insel”
Aldous huxley: “Die Schöne neue Welt”, “Eiland”
Elias Canetti: “Die Blendung”
Andrew Miller: “Ingenious Pain”

EROTISCH - PHILOSOPHISCHES

Emmanuelle Arsan: “Emmanuelle”
Marquis de Sade: “Justine und Juliette”, “Philosophie in Boudoire”, “120 Tagen der Sodom”
Leopold von Sacher-Masoch: “Venus im Pelz”, “Die Ästhetik des Hässlichen”, “Grausame Frauen”
Anais Nin: “Das Delta der Venus”, “Tagebücher“, “Die verborgenen Früchte”
Henry Miller: “Nexus”, “Plexus”, “Sexus”, “Stille Tagen in Clichy” “Die Welt des Sexus”, “Wendekreis des Krebses”, “Wendekreis des Steinbocks”, “Lachen, Liebe, Nächte”

INTEGRALES

Ken Wilber: “Eros, Kosmos, Logos”, “One Taste”, “Eine kurze Geschichte des Kosmos”, “Projekt Atman”

FREIHEIT UND SPIRITUELLE BEFREIUNG

Jiddu Krishnamurti: “Tagebücher”, “Problemen des Lebens”, “Schöpferische Freiheit”, “Einbruch in die Freiheit”
John Stuart Mill: “Über die Freiheit”
Samuel Widmer: “Im Irrgarten der Lust. Abschied von der Abhängigkeit. Die Geburt der Freude”

TANTRA UND TAO DER LIEBE

ANDRO: “TANTRA - EIN LEBEN. DIE 12 GEHEIMEN RITUALE DER DHYANI-BUDDHAS UND ZWEI WEITERE TANTRISCHE RITUALE”, “BESUCH BEIM ALTEN TANTRIKA”
ASHLEY THIRLEBY “TANTRA: REIGEN DER VOLLKOMMENEN LUST. DIE GEHEIMNISSE DER ALTINDISCHEN LIEBESKUNST”
MANTAK CHIA: “ÖFTER – LÄNGER – BESSER: SEX-TIPPS FÜR DEN MANN, DER MULTI-ORGASMIC MAN”
NIK DOUGLAS “DAS GROSSE BUCH DES TANTRA”
ANDERE BÜCHER ÜBER TANTRA UND TAO FINDEN SIE UNTER DIESEM LINK

… oder warum sich der tantrische Weg am besten für Frauen ab 45 eignet

Weibliche Sexualität im erwachsenen Alter

Sexualberatung für reife Frauen Zürich
Zu diesem Text wurde ich inspiriert, als ich am 18.09.2011 im Freud-Museum in Wien meditiert habe. Am Tag davor habe ich einer wunderbaren reifen Frau eine lange Tantramassage gegeben, die auch mich sehr bald in eine tiefe Ekstase geführt hat. Nun saß ich am Boden in Freuds Behandlungszimmer und verschiedenste Bilder gingen mir durch den Kopf: Ich sah meine Mutter und mich als Kind, Hysterikerinnen auf der Couch, tanzende Musen, den fliegenden Eros und die Aphrodite am Meer. Ich habe wahrgenommen, wie die heilende Energie dieses Raumes meinen Körper durchdringt und dass auch ich in der Lage bin, meinen kleinen Beitrag zur sexuellen Entwicklung zu leisten.

Mit ca. 45 Jahren beginnt die weibliche Sexualität zum zweiten Mal zu blühen. Dies ist mit der Wiedererweckung der Lust und mit einer Renaissance der göttlichen erotischen Leidenschaft verbunden. In der sexual– und gendertheoretischen Forschung ist es weitläufig bekannt, dass die Geschlechtsunterschiede mit den Jahren nachlassen, dass Frauen im Alter immer männlicher werden und Männer weiblicher. Das bedeutet, dass der weibliche Körper nicht nur mehr Oxytozin, sondern auch mehr Testosteron produziert, und dass die Lust dadurch viel kraftvoller und zielgerichteter wird: Es ist nicht mehr nur eine gebende Lust, sondern auch eine nehmende. Die Frau weiß nun genau, was sie will, und fühlt sich ganz bereit, die starke männliche Lust zu empfangen (da sie sie jetzt selbst auch verspürt!).

Zugleich werden reife Frauen immer besser mit ihrem Körper vertraut, entwickeln ein stärkeres Leibgefühl, können ihre Emotionen bewusst beherrschen und steuern und insgesamt sind sie viel offener für körperliche Liebe.

Leider steht diese natürliche, biologische Entwicklung der Frau nicht immer im Einklang mit der sexuell-kulturellen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft. In unserer Kultur werden vor allem junge Frauen sexuell gefördert und gefordert. Es hängt hauptsächlich mit dem weit verbreiteten Wunsch der Männer nach einem frischen, jungen und schönen Körper zusammen, der durchaus biologisch (die Zeugung eines gesunden Nachkommens) bedingt ist. Nur haben die Liebe und das Vergnügen am Sexuellen bei der Frau in dieser Altersstufe nicht mehr so viel mit der Zeugung zu tun.

Die reifen Frauen sind aber genauso liebens– und begehrenswert wie die jungen oder sogar noch viel mehr! Denn sie bringen viel mehr Lebens-, Gefühls– und Körpererfahrung ins Spiel und tauchen in die sexuelle Welt viel tiefer ein, mit einem stärkeren erotischen Gespür, mit viel Herzenergie, manchmal ein wenig ruhiger als junge Frauen, doch gleichzeitig mit einer großen Leidenschaft und Hingabe. Ja, vor allem diese wachsende Fähigkeit zur Hingabe ist die Eigenschaft, die Frau erst mit den Jahren entwickelt. Unglücklicherweise ist oft kein Mann da, der diese Fähigkeit schätzen und die sich hingebende Frau liebevoll (an-)nehmen kann. Der junge Mann sieht sie aufgrund seiner streng konventionellen Erziehung und seines an traditionellen Archetypen angelehnten Weltbildes kaum als potenzielle Liebespartnerin, und der alte Mann ist in diesen Jahren oft nicht mehr potent genug, um mit so einer lustvollen und leidenschaftlichen Frau zusammen zu sein. Dies scheint für die reife europäische Frau trotz aller sexuellen Revolutionen eine traurige Entwicklung (oder eher Enttäuschung?) zu sein, die eng mit der Tabuisierung und der komplexen Geschichte der Sexualität in unserer Kultur zusammenhängt.

Es erklärt aber zugleich ganz genau, warum Frauen erst in dieser Zeit ihres Lebens die Welt des Tantra für sich entdecken. Tatsächlich: Alles, was vorher gesagt wurde, schafft für die reife Frau ideale Voraussetzungen, um mit ca. 45 Jahren mit der tantrischen Praxis zu beginnen. Darum sind in der tantrischen Szene junge Frauen kaum zu finden. Diese Szene bietet aber vor allem den älteren Frauen den idealen Raum, um sich mit ihrem Körper und mit ihrer Sexualität auseinanderzusetzen, um ihre Lust nicht nur zu studieren, sondern in einem achtsamen, bewussten und verantwortungsvollen Rahmen wahr-zu-nehmen und zu er-leben.

Versuch einer integralen Sicht

Aus der Sicht des AQAL-Modells nach Ken Wilber bedeutet dies zusammengefasst für 4 Quadranten Folgendes:

Im Innerlich-Individuellen verspüren viele Frauen in diesem Alter viel erotische Lust, die im weiten Rahmen der reifen Körperwahrnehmung, der Herz-Energie, des Mitgefühls, der Mutter-Erfahrung und des spirituellen Geistes entsteht. Sie können sich aber nicht wirklich sexuell verwirklichen bzw. kann sich ihre Lust nicht nach außen in der Fülle entfalten. Diese durchaus krisenähnliche Situation kann sich durch Mangel-, Einsamkeits– oder Kompensationsgefühle und Gefühle des Zukurzgekommenseins verstärken. Wir haben aber gesehen, dass das, was sich als inneres persönliches Problem zeigt, vielmehr eine transpersonale und kulturelle Fehlentwicklung darstellt.

Von der außen-individuellen Perspektive werden diese Frauen daher oft als bedürftig, manisch oder süchtig wahrgenommen. Die erhöhten Oxytozinwerte werden klischeehaft als Ausdruck der mütterlichen Gefühle interpretiert, die Testosteronwerte entweder als altersbedingt und »normal« oder sogar als aggressive, gestörte oder homosexuelle Tendenzen.

Im Kollektiv-Inneren findet reife Lust daher keine Anerkennung, denn die immer noch patriarchal-betonte Gesellschaft tut ihr Bestes, um sie zu unterschätzen bzw. zu verdrängen. Mit anderen Worten, es ist die unterdrückte Angst der Männer, sich impotent zu zeigen, die aus dem Schatten in Form einer negativen Bewertung der reifen weiblichen Lust wirkt. Es handelt sich für diese Männer um den Kali-Aspekt der Parvati, vor dem sich viele Herren unserer Zeit, die ihr männliches Schiva-Prinzip wegen einer distanzierten/gestörten Beziehung zur Mutter nicht verwirklichen konnten, fürchten. An dieser Stelle geht die postmoderne psychoanalytische Sicht Hand in Hand mit dem hinduistischen Mythos.

Im kollektiv-äußeren Quadranten kann es uns gelingen, dieses Phänomen als Kulturkrankheit zu sehen und zu interpretieren, um mögliche Therapiemethoden zu finden. Eine solche Art von Therapie kann die Praxis des sexuellen Tantra darstellen, durch die Männer zu ihrem himmlischen Sein/Erkennen und Frauen zu ihrer irdischen Lust Zugang finden. Dann wird der Mann in der Frau die lustvolle, begehrenswerte und liebenswerte Göttin wiedererkennen. Die Frau kann dann in ihrer reifen Lust nicht nur selbstbewusst ruhen, sondern sie wird auch gesehen, begehrt, angenommen und geliebt.

Ganzheitliche Tantramassage für Frauen ab 45 als sexuelle Heilungspraxis

Ganzheitliche Sexualberatung und Tantramassagen für die Frauen ab 45 stellt eine perfekte Möglichkeit dar, in die Welt des Tantra einzutauchen und sich darin zu vertiefen. Eine authentische, zärtliche und feine Tantramassage stiftet Mitgefühl und Angenommensein, reife Frauen fühlen sich darin zutiefst respektiert, gesehen, berührt und ausbalanciert. Die integrale Tantramassage hilft auch, Kraft und die Quelle des Lebens in der eigenen Lust zu finden und daraus zu schöpfen. Dabei spielt die äußere Erscheinung keine Rolle. Vielmehr sind es innere Qualitäten, die ein Tantrika schätzen und zum Vorschein bringen wird: innere Reife, Körper– und Gefühlserfahrung, Vollkommenheit des Geistes und das Herz, die dank Tantramassage zur Bereicherung, Entwicklung, Ekstase und Fülle in der Liebe beitragen.

Die Sexualberatung, aber auch die Praxis der liebevollen ganzheitlichen Tantramassage für die Frau ab 45 schafft es in ihrer Fülle, gegen den Mainstream zum Licht zu schwimmen, um die wunderbaren Qualitäten der reifen Frauen zu fördern und die Ganzheit ihrer Erfahrungen vollkommen und bewusst zum Ausdruck zu bringen.

Umgang mit der Sexualität als Lebenskunst. Warum braucht es Sexualethik und Sexualberatung?

»[…] Das Kalkül beim bewussten Gebrauch der Lüste zielt darauf ab, sie im Maß zu halten und nicht auf einmal aufzuzehren. Die vorsätzliche Begrenzung der Lüste hält die Sehnsucht nach ihrem Genuss wach, denn Sehnsucht gilt nur einem Gut, das nicht beliebig verfügbar ist. Das richtige Maß ist dabei nicht von vornherein festgelegt, es kann gelegentlich auch der Exzess damit gemeint sein, etwa um sich allzu starr gewordener Gewohnheiten wieder zu entledigen; der Genuss gibt dem Leben neuen Antrieb. Vieles liegt an der wählerischen Haltung im Umgang mit den Lüsten, um selbst darüber zu befinden, welche Lust wann, wie lange, mit wem, in welcher Situation, in welchem Maße und bis zu welchem Punkt zu gebrauchen ist. Die Lebenskunst kann auch in einer Vervielfältigung der Lüste bestehen, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen. […]“

Sexualberatung für reife Frauen Zürich

(Wilhelm Schmid: aus der „Philosophie der Lebenskunst“ www.kultur-punkt.ch)

Je präziser, aufmerksamer und tiefgründiger man die Sexualität erforscht, desto mehr entfaltet sich die Tatsache, dass viele Probleme, die ein Mensch als Person und soziales Wesen haben kann, direkt oder indirekt damit zusammenhängen, dass man keinen adäquaten, rationalen und zugleich glücklichen Umgang mit der Sexualität bis dato gefunden hat. Daraus ergibt sich unmittelbar die große Wichtigkeit des Themas Sexualität im persönlichen und sozialen Leben. Aus dieser Sicht erscheint es ganz erstaunlich, dass so wenige Menschen sich mit den Themengebieten Sexualität, Lust und Begehren lebenslang, wissenschaftlich und ganzheitlich, auch vielleicht interdisziplinär beschäftigt haben, obwohl das Problem eigentlich offensichtlich ist. Denn: Überall in der Welt beobachten wir, welche allgemeinen Sorgen oder globalen Fragen aus dem falschen Umgang mit der Lust resultieren. Wir beobachten, wie wir Menschen immer wieder versuchen, die Sexualität zu normieren oder sie einer bestimmten Religion, Philosophie, Tendenz oder Tradition unterzuordnen. Anderseits führen der beharrliche Versuch oder das Streben, die Lust um jeden Preis von einer Ideologie, Politik oder einfach von einem Konzept zu „befreien“, in der Regel zu noch viel „schlimmeren“ Ergebnissen. Vielleicht liegt das daran, dass die Freiheit als allgemein anerkannter Wert, ein s. g. intrinsischer (innerer) Wert durch keinen Willensakt, auch nicht durch den äußeren Kampf gegen herrschende Prinzipien, als extrinsischer (äußerer) Wert verwirklicht werden kann. Die von vielen bewussten Individuen, Kulturen und Gesellschaften angestrebte (sexuelle) Freiheit kann natürlich auch nicht einfach aus sich selbst heraus, aus der puren Lust heraus erlangt werden.

Wie dem auch sei, die Überbevölkerung der Erde und die sich daraus ergebenden Probleme, wie Hunger, Not, Elend, Krankheiten, sind in vielen Ländern der Welt wenn nicht ein direktes, dann mehr oder weniger indirektes Ergebnis einer ziemlich unbewussten, unkontrollierten Lust. Und das zu Zeiten, in denen Kontrazeptiva eigentlich problemlos für alle Menschen zugänglich gemacht werden könnten, wenn die wirtschaftlich privilegierten und religiös manipulierten Personen und Schichten es wirklich wollten. In den s. g. Industrieländern dagegen werden den meisten Menschen von außen Arbeit und Wohlstand suggeriert als asketischer Weg der Sublimierung oder der Transformation der Lust. Oft führt dies zu einem Automatismus in Lebensentfaltung und Lebensgestaltung, indem das „Mensch Sein“ auf „ Funktionieren“ reduziert wird. Radikal darf man aus dieser Sicht manche „prä-industriellen“ Gesellschaften und Kulturen als –„Roboter-Gesellschaften“ bezeichnen. Und, tatsächlich, eine konsequente Vermeidung der Lust führt zu einer sehr starken Konditionierung, zum Mangel an Bewusstsein, zu einem Roboterdasein, in dem der ganze Lebensentwurf und anspruchsvolle, sakrale Kunst, die Lebenskunst, auf die Erfüllung kurz– und langfristiger materieller Ziele ausgerichtet wird. Darum ist die Gier, ob nach Geld, nach Reichtum oder nach politischer Macht, auch ein indirekt sexuelles Problem, denn auch sie resultiert aus der Vermeidung und Unterdrückung der Lust, meistens durch Religion, Moral und teilweise durch Kultur, die auch Religion und Moral in sich trägt. Aus dieser (vielleicht etwas Freudschen) Sicht erscheinen Arbeit und Beruf als Werkzeuge, mit denen man Wohlstand erreichen kann, bloß als negativ gefärbte Kompensationen der Lust. Anderseits führt ein permanenter Kampf gegen die sexuelle Unterdrückung im Sinn von sexuellem Hedonismus und erotischer Ausschweifung konsequent zur sexuellen Abhängigkeit, wie wir sie heute aus der Welt der neuen Medien (Internetpornografie, Boom des Prostitutionsgeschäfts, des Cyber-Sex und Ähnliches) kennen. Einige konkrete Statistiken liegen vor:

30 Millionen Menschen haben in Deutschland Internetzugang, die Zahl der Süchtigen wird auf 1 Million geschätzt. 40 Prozent aller Internetangebote enthalten pornografische Inhalte. 74 Prozent aller Einnahmen im Internet werden mit Sexangeboten gemacht. Der Umsatz wird auf über eine Milliarde Dollar pro Jahr geschätzt.

Im Mai 2004 veröffentlichte Businessweek die Ergebnisse einer ComScore-Netzwerkuntersuchung, worin 44 % der Beschäftigen von US-Firmen mit Internetzugang zugaben, im Monat März 2004 während der Arbeit auf Websites mit Sexinhalten zugegriffen zu haben, im Vergleich dazu taten das Heimbenutzer zu 40 % und 59 % an Universitäten. 1

»Sex«, so die Marktforscher von Alexa Research, wird bei Google häufiger eingetippt als die Begriffe Games, Reise, Musik, Auto, Wetter, Gesundheit und Jobs zusammen. Zählt man die erotische Offline-Welt mit Pay-TV, Hotlines, Nacht-Clubs, Zeitschriften– und DVD-Verkäufen hinzu, setzte die Sex-Branche 2006 weltweit knapp 100 Milliarden US-Dollar um. Das ist mehr als die Technologie– und Internetkonzerne Microsoft, Google, Yahoo, Apple, Ebay und Amazon zusammen.2

Eine Untersuchung fand heraus, dass 80 % der Besucher von Sexwebsites so viel Zeit mit dem Herunterladen von Erotika verwendeten, dass sie die Beziehungen des realen Lebens und ihre Jobs gefährdeten. »Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie Cybersex entdeckten, hatten die meisten dieser Leute keine Probleme mit Sexabhängigkeit«, gab der Autor der Untersuchung, Al Cooper, an, ein Sexualtherapeut der San José Eheberatung und am Zentrum für Sexualtherapie in San José, Kalifornien, tätig.3

9 von 10 Kindern im Alter von 8 bis 16 Jahren haben online bereits Pornofilme gesehen — meist aus Versehen während sie ihre Hausaufgaben machten.45

Auch solche Erscheinungen wie psychische Krankheiten, Depression, Alkoholismus, Drogenkonsum, Suizid etc. sind indirekte Folgen eines unerfüllten Liebes– und Sexuallebens. Persönliche Beziehungsprobleme von Singles und Paaren basieren in der Regel auf unerfüllter, nicht, zu stark oder einfach falsch gelebter Sexualität. So sehen wir, dass wir Menschen nicht nur im kollektiven, sondern auch im persönlichen Sein bis heute keinen adäquaten, für uns selbst stimmigen Umgang mit der Lust gefunden haben. Eine völlig freie, spontane, natürliche, unbewusste und unkontrollierte Sexualität führt uns zurück zur Natur, zu den Tieren und zur Überbevölkerung bzw. zum Darwinismus (nur der Stärkste überlebt), das Modell, das wir aus den s. g. Dritte-Welt-Ländern kennen. Eine zu stark kontrollierte, normierte, konditionierte, „programmierte“ Sexualität dagegen, wie wir sie aus der christlichen Religion kennen (monogame Ehe als strenger Rahmen fürs Sexualleben), führt dagegen zur Verdrängung und zur Unterdrückung der Lust; es ist ja schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Sexualität in so einer monogamen Ehe ziemlich bald ausstirbt und dass dieser Rahmen für beide Partner eine große, kaum zu schaffende Herausforderung darstellt. Wenn man aber gegen diese Unterdrückung sofort zu kämpfen versucht, indem man einfach aus Protest heraus sehr offen lebt und unzählige Sexualpartner hat, dann endet man vielleicht in Wollust, Libertinage, Ausschweifung, vielleicht auch in Arbeitsvermeidung, Krankheit, Abhängigkeit, Untergang, Tod. Dies waren die weit verbreiteten Ängste von Menschen, die Sexual– und Arbeitsmoral erfunden haben.

Viele reife, erwachsene Menschen meinen heute, für sich einen Kompromiss gefunden zu haben, indem sie ihrer Lust insgeheim mit anderen Personen oder mittels käuflichem Sex nachgehen, jedoch nach außen um jeden Preis den heiligen „monogamen“ Schein zu behalten versuchen. Dies ist natürlich keine ehrliche und transparente Strategie, sondern eine ziemlich „schmutzige“, gemeine und betrügerische Haltung, die zu Scheinheiligkeit, Heuchelei und Doppelmoral führt. Und zwar in ihrer schlimmsten Form, wie wir sie als Scheinheiligkeit, Heuchelei und Doppelmoral in den eigentlich „fortschrittlichen“ Ländern der Welt kennen. Auf Dauer führt diese Strategie zu Niedergang und Zerstörung, da sie nicht nur einfach unfair ist, sondern auch auf dem Missbrauch von denen basiert, die ihre Lust, ob asketisch oder hedonistisch, aber dennoch ehrlich, offen und transparent leben. Diese Strategie der Entwicklung eines „Doppelgesichts“ erweist sich als ungerecht und schon deshalb ausweglos, nicht nachhaltig, dem unvermeidlichen Untergang geweiht. Und das nicht nur privat innerhalb einer Beziehung oder Partnerschaft, sondern auch kollektiv, z. B. in der Wirtschaftswelt, in der der ganze „erotische Sektor“ immer noch wie in der „Halbwelt“ existiert. Auf Dauer erscheint dies nicht standhaft, das „Geschwür“ wird platzen.

Die fortgeschrittenen, „am meisten bewussten“ Individuen schweigen deshalb am besten völlig über ihr Sexualleben, denn ein offenes Bekenntnis zum Nichtfunktionieren der christlichen Monogamie wird sie vielleicht outen, sie zu Sündenböcken machen und „Ressentiments“ wecken. Die Schattenseite davon ist , dass man so tut, als ob bei ihm oder bei ihr oder bei ihnen mit der Sexualität alles in der besten Ordnung wäre. Und das entspricht leider oft nicht der Wahrheit. Auch Schweigen kann nicht die richtige Haltung sein.

Was kann dann die Lösung sein? Es gibt offenbar keinen Weg zurück zur Natur, die Gesellschaft hat sich eben weiterentwickelt. Es macht auch keinen Sinn, dass wir alle wieder zu Tieren werden. Jedoch ist die Situation so wie sie eben ist (durch die christliche Religion immer noch stark dominierte und konditionierte Sexualität) auch nicht akzeptabel: Man kann die Lust weder normieren noch verdrängen oder unterdrücken, noch sie ständig geheim leben, noch sie vollständig positiv in Arbeit (sprich Geld) sublimieren oder transformieren. Alle diese Strategien erweisen sich auf Dauer als ungeeignet. Auch ein ideologischer, politischer Kampf oder ein überzeugter Protest gegen sexuelle Normen hilft nicht, denn in diesem Fall endet man im Kampf, der inzwischen dem Kampf von Don Quijotes gegen Windmühlen gleicht. Man kämpft dann als Einzelkämpfer oder als kleine Gruppe gegen ein schon lange etabliertes Normensystem; man kämpft dagegen, aber man weiß eigentlich selbst nicht wirklich gegen wen und wofür.

Was kann dann die Lösung sein?

Erstens glaube ich, dass es nutzlos ist, in unserer heute sehr stark individualisierten Gesellschaft nach kollektiven für alle gültigen Ansätzen zu suchen. So ein Versuch wäre nicht nur zu anspruchsvoll, sondern auch zu schwerwiegend, zu pathetisch, zu politisch, in jedem Fall zu ideologisch. Jeder muss zuerst selbst den für ihn oder für sie richtigen persönlichen Umgang mit der Sexualität finden, in dem er oder sie diese Kraft glücklich auslebt und sich als Persönlichkeit dadurch entfalten und verwirklichen kann. Diese Entfaltung und Selbstverwirklichung in der Sexualität kann innerhalb einer Partnerschaft, einer monogamen Ehe, einer offenen Beziehung, einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten etc. gelebt werden. Sie kann heterosexuell, homosexuell oder bisexuell gefärbt sein: In Bezug auf sexuelle Orientierung und in Bezug auf „Modelle“ oder „Konzepte“ die Sexualität betreffend muss sich jeder Mensch völlig frei fühlen und „Modelle“ und „Konzepte“ von anderen Menschen respektieren und tolerieren, auch was das Geschäft mit der Lust anbelangt. Die Sexualität kann für den einen oder anderen auch die Arbeit, der Beruf oder sogar eine Berufung darstellen; es lässt sich damit Geld verdienen und Geld ausgeben, wenn es sich wirklich um eine Berufung handelt. Wichtig ist dann, dass die Ausübung der Sexualität als Beruf in einem ethischen Rahmen bleibt und inneren, menschlichen Regeln folgt (im Unterschied zu den äußeren, religiösen, moralischen Regeln), damit meine ich Ehrlichkeit und Transparenz des Geschäfts.

Die Sexualität kann auch ein geistiger Weg sein oder „Spiritualität“ bedeuten, was z. B. die neo-tantrische Philosophie versucht. Jedoch müssen auch in diesem Fall die Normierung und die Konditionierung der Lust möglichst vermieden werden, was im Fall der Neo-Tantra-Szene natürlich noch lange nicht der Fall ist. Und, übrigens, auch in diesem Fall muss die Beziehung zwischen finanziellen und spirituellen Gesichtspunkten klar und transparent sein. Denn es ist immer zu beachten: jeder Weg ist hier nur ein persönlicher und bloß ein Erforschungsweg von vielen, eine Suche.

Als nächstes glaube ich, dass es wichtig ist, über Sexualität zu sprechen, ein Vorgang, der in der christlichen Kultur leider nie etabliert war und trotz zahlreicher sexueller Revolutionen leider immer noch nicht ist. Der Mensch ist aber ein soziales Wesen, und vor allem das Thema Lust sollte in einer Beziehung zum Anderen angesprochen und behandelt werden. Eine Lösung der anspruchsvollen Aufgabe „Sexualität“, die jede und jeder in diesem Leben jeweils für sich selbst lösen muss, kann nur in einer offenen, ehrlichen und transparenten Kommunikation gefunden werden. Vielmehr noch: die Offenheit, die Ehrlichkeit und die Transparenz, Werte, an denen es im heutigen Sexualleben, ob privat oder im Erotikgeschäft, sehr stark mangelt, können nur in der zwischenmenschlichen Kommunikation sich entfalten bzw. sich erst herausbilden. Deshalb halte ich die integrale, ganzheitliche Sexualberatung, ob im Rahmen einer Sexualtherapie oder auch einer Unternehmensberatung für Sex-Worker und Menschen, die im Erotikgeschäft tätig sind oder sein wollen, für besonders wichtig, nützlich und fördernd.

Eine glückliche Sexualität an sich, genauso wie Entfaltung und Selbstverwirklichung der Person oder des Paares im Sexualleben werden erst möglich, wenn sie durch erfahrene Sexualberater geführt und begleitet werden. Es gilt dann nur zu unterscheiden zwischen wirklich neutralen, seriösen und unabhängigen Beratern und Therapeuten auf der einen Seite und allesamt Scharlatanen, Kompensatoren und Heuchlern auf der anderen Seite, von denen es in der breiten Erotiklandschaft mehr als genug gibt.

  1. Aus einer Studie von ComScore Networks on U.S. internet habits, zitiert aus Businessweek, 17.052004, gefunden im Disciple Journal, Ausgabe September / Oktober 2004 http://www.navpress.com/EPubs/DisplayArticle/1/1.143.14.html ↩
  2. Computermagazin CHIP, Andreas Hentschel, Oktober 2007http://www.focus.de/digital/computer/chip-exklusiv/tid-7342/neue-technologien_aid_131830.html ↩
  3. www.msnbc.com, Linda Carroll, 27.07.2002 www.msnbc.msn.com/id/3078769/ ↩
  4. UK News Telegraph, NOP Research Group, 01.07.02 www.pureonline.com ↩
  5. Wer sich für ausführliche Statistiken zur Pornographie interessiert, kann sie hier nachlesen: http://www.nacktetatsachen.at/home/statistiken.html ↩